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Lucius Licinius Lucullus (118–56 v.Chr.) war ein gefeierter Feldherr, ein geschätzter Wohltäter und ein hochgebildeter Aristokrat, der den Austausch mit Philosophen und Literaten schätzte. Doch nur sein Ruf als Gourmet ist bis heute weltbekannt, zeigte er sich doch für jede Art von „lukullischen“ Genüssen aufgeschlossen. Diese noch immer gültige Reduzierung war ein politischer Schachzug seiner Gegner, die seinerzeit vorwegnahmen, was heute üblich scheint: die Verunglimpfung der Konkurrenz im Politbetrieb. Der Autor entlarvt die damalige Erzählung von der vermeintlichen Wandlung des erfolgreichen Feldherrn zum Schlemmer. Der bis dato völlig vergessene Rang von Lucullus als Politiker ist für den Historiker Peter Scholz Anlass genug, dieses Zerrbild gerade zu rücken. Denn in der letzten Phase der römischen Republik stemmte sich Lucullus mit aller Kraft gegen die rücksichtslose Ausbeutung der Landbevölkerung durch die Finanzelite und gegen deren Ausschaltung im römischen Senat. Sein Freiheitswille ließ ihn zu einem der Protagonisten des Widerstands gegen die autokratischen Bestrebungen von Pompeius und Caesar werden.
Peter Scholz ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Stuttgart. Von 2003 bis 2005 war er Fellow am Center for Hellenic Studies in Washington D.C. und am Historischen Kolleg München. Sein Forschungsinteresse gilt der antiken Sozial- und Kulturgeschichte, der römischen Republik sowie der Erziehung und Bildung in der Antike.
von Peter Scholz
ISBN 978-3-608-98778-2 (Klett-Cotta)
416 Seiten, 13,8 × 22 cm, Hardcover
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